Die Fête 2019 wurde ausgerufen!

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Die Fête 2019 wurde ausgerufen!

Der Abbé-Président der Confrérie des Vignerons und die Gemeindepräsidentin von Vevey führten am Samstag die Proklamationszeremonie zu den Galeries du Rivage, begleitet von 400 Schauspielerinnen und Schauspielern und 4000 Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, die sich auf den Beginn des Festes freuen. Bericht.

Als die Basler Trommler und Pfeifer vor der Arena erscheinen, müssen sie sich einen Weg durch die Menge bahnen, die sich an der Anlegebrücke und im Jardin du Rivage drängt: Vor dem dräuenden Regen wichen der Umzug und die Zeremonie zur Proklamation der Fête des Vignerons 2019, die ursprünglich auf dem Place de l’Hôtel de Ville stattfinden sollte, in die Galeries du Rivage aus. So haben sich am Samstag, dem 4. Mai um 16.30 Uhr rund 4000 Menschen am Seeufer versammelt. Hinter den Pfeifern und Trommlern folgen, nach einem über zweihundertjährigen Ritual der Fête des Vignerons, das jedes Mal etwas abgewandelt wird, die Hundertschweizer, der Rat der Confrérie des Vignerons mit Abbé François Margot an der Spitze, die Vertreter der Stadt Vevey, das künstlerische Team um Daniele Finzi Pasca und rund 400 kostümierte Darsteller: Hochzeitspaare, St.-Martins-Paare, Effeuilleusen, Hundertprozente, Beschützerkinder, Knospen, Musikameisen. Da sind Zylinderhüte, Korsetts, Frühlingsfarben, Sonnen, Trauben auf den Schals oder Schmetterlinge auf den Westen, Strohhüte, fantasievolle Röcke, weisse und rote Schuhe – überall Poesie, schillernde Farben und Fröhlichkeit.

Alle strömen in den Saal der Galeries, der zwar riesig, aber für diesen Anlass dann doch zu klein ist. Man drängt sich zusammen, tritt einander auf die Füsse, aber wenigstens ist es hier warm; keine Umstände und kein Getue, es ist feierlich und gemütlich, förmlich und spontan zugleich.

Die Amtsinhaber von Vevey nehmen ihren Platz auf der Bühne ein, umgeben von Schauspielern und Statisten, während der Abbé-Président in seinem prächtigen Festanzug vortritt: orangefarbener, goldbestickter Gehrock, Seidenschal und ein nagelneuer Stab mit zwei Distelfinken. «Die Fête des Vignerons 2019 wird vom 18. Juli bis 11. August stattfinden, dies ist die Botschaft, die wir Ihnen mit Freude überbringen», verkündet François Margot konzentriert und lächelnd. Er spricht von diesem «uralten Ritual, mit heutigen Worten formuliert (…), von einem ganzen Volk geliebt», «verwurzelt am Genfersee», aber dessen «kultureller Geist bis zur UNESCO weht». «Ora et labora!», seine Schlussworte, die das Motto der Confrérie bilden, schallen klar durch die riesige Sporthalle. «Ich nehme diese offizielle Proklamation im Namen der Stadtvertretung, der Bevölkerung, aber auch im Namen eines ganzen Kantons und eines ganzen Landes, mit Freude, Begeisterung und Stolz auf», antwortet Veveys Gemeindepräsidentin Elina Leimgruber. Sie wünsche, dass «Zweifel und Kritik der Begeisterung weichen, dass die Werte Arbeit, Gemeinschaft und Verbundenheit in der Stadt ihren Platz finden». Als erste Gemeindepräsidentin der Geschichte von Vevey sei sie erfreut, dass die Frauen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Mittelpunkt der Aufführung stehen.

Der Chor singt die Hymne à la terre, ein herzergreifendes Poem und eine der beliebtesten Melodien der Aufführung. «Wir wollten unserer schönen und einzigartigen Heimat einen guten Platz geben», erzählt Zeremonienleiter François Murisier, Rat der Confrérie und Präsident des künstlerischen Rates. Jubel aus dem Publikum, man fotografiert und filmt, kommentiert, applaudiert. Das Blasorchester der Fête stimmt den populären Walzer Montferrine an, der Chor schmettert den lebhaften und kraftvollen Vendanges 2 und schliesst mit dem feurig-betörenden Les 3 Soleils.

«Es lebe die Fête des Vignerons 2019! Möge es ein schönes Fest werden!» Nun ist es für François Murisier an der Zeit, zum Freundschaftstrunk einzuladen. Die zweitausend Waadtländer Gläschen zur Erinnerung an den Tag sind in wenigen Minuten vergriffen. Draussen regnet es in Strömen. Und drinnen verweilen Darsteller, Bürger von Vevey, Besucher und Neugierige und wärmen sich an den Sonnenstrahlen des bevorstehenden Sommers, der jetzt schon ins Gedächtnis geprägt ist.


Text: Isabelle Falconnier.  Bilder: Julie Masson, Céline Michel, Jean-Claude Durgniat und Samuel Rubio.